18.09.2017

Leserbrief zum Artikel "Ist Dabeisein wirklich alles?" - Augsburger Allgemeine 17.09.17

Gabriela Schimmer-Göresz

Reizend diese "Experten"-Meinung. Prinzipiell gilt zunächst, dass Parteien einen Auftrag haben, nämlich zur politischen Meinungsbildung beizutragen. Dass das von den etablierten Parteien so gut wie nicht mehr wahrgenommen wird, ist das Eine und ändert nichts an der Tatsache, dass die Verteilung staatlicher Mittel nach Wählerstimmen erfolgt. Schlimm genug, wenn dann Parteien aus Steuermitteln alimentiert werden, die nur mehr Politik für etwa 10 Prozent der Wählerschaft organisieren und die wirklich wichtigen Themen einfach auslassen aus Überzeugung, dass man nicht gewählt wird, wenn man den Menschen auch unbequeme Wahrheiten zumutet. Wenn Herr Koß meint, dass man sich die kleinen Parteien nicht merken muss und er aktuell keine weitere Nische sieht, dann ist ihm eine arrogante Überheblichkeit oder Unwissenheit zu attestieren. Ich möchte ihm durchaus mal die Beschäftigung mit dem "Mensch vor Profit" der ÖDP ans Herz legen und dem Medium Augsburger Allgemeine ebenso. Die ständige Reduzierung auf die im Bundestag vertretenen Parteien und die weiteren zwei Parteien, die mit F und A anfangen, kommt einer höchst undemokratischen Ausgrenzung gleich, die dazu führt, dass die Leserinnen und Leser erst gar nicht erfahren, was es denn sonst noch so gäbe auf dem Markt der Möglichkeiten oder den Lösungen für die Zukunft.