04.04.2017

Leserbrief zu den Artikeln „Große Parteien umwerben die Familien“ und „Im Wahlkampf bauen SPD und Union auf die Familien“

Gabriela Schimmer-Göresz

in der Augsburger Allgemeinen Nr. 79 vom 4.4.2017

Nach dem Motto „alle (Wahl)Jahre wieder“ erinnern sich die großen Parteien der Familien. Die deutsche Politik ist familienfeindlich wie eh und je. Statt die Wirtschaft familienfreundlicher zu machen, wurde alles unternommen, die Familien wirtschaftsfreundlich zu machen. Schon der Koalitionsvertrag legt fest, dass Kinder nicht länger ein Hindernis für Beruf und Karriere sein dürfen. Kinder wurden zum unproduktiven Teil der Gesellschaft erklärt und das Heil liegt inzwischen in der 24-Stunden-Krippe, was sich „Familienministerin“ Schwesig schon mal 100 Mio. kosten lassen will. Die Wahlfreiheit sei angeblich vergrößert worden. Welche Wahlfreiheit? Die Benachteiligung ist vergrößert worden für die Eltern/Elternteile, die aus gutem Grund in den ersten wichtigen Monate/Jahren die Erziehung ihrer Kinder selber übernehmen wollen. Also Schluss mit einer halbseidenen angeblichen Familienförderung und her mit einem abgabenpflichtigen Erziehungs-/Pflegegehalt zur freien Wahl der Eltern. Befreit alleinerziehende Mütter von Hartz IV und holt Mütter aus der Altersarmut. Schluss mit der strukturellen Benachteiligung der Erziehenden auf allen Ebenen. Lassen wir es nicht zu, dass Politik und Wirtschaft die Familien weiter zerstören. Es geht um mehr als einen kostenlosen Kinderwagen.

Gabriela Schimmer-Göresz