21.02.2017

Leserbrief zum Artikel „Bricht Schulz mit Schröders Politik?"

Gabriela Schimmer-Göresz

erschienen in der Augsburger Allgemeinen Nr. 43 v. 21.2.17

Nicht protektionistische Tendenzen bedrohen die Weltwirtschaft, sondern eine Politik, die sich in Symbolhandlungen erschöpft, statt echte Veränderung anzustreben. Der Ruf von Dieter Kempf nach „Wohlstand durch Wachstum“ ist nach 40 Jahren Plünderung des Planeten nichts anderes als ein deutlicher Hinweis, dass unsere Gegenwart nicht verstanden wird. Horst Köhler, Bundespräsident a.D., frägt: „Von welcher materiellen Substanz soll sich dieses Wachstum nähren, wenn wir doch schon jetzt an die ökologischen Grenzen unseres Planeten stoßen?“ Wir müssen endlich die ökonomische, ökologische und soziale Dimension von Entwicklung gemeinsam betrachten und unsere Nachhaltigkeitsstrategie überarbeiten. Politik heute muss künftige Generationen ebenso berücksichtigen wie andere Erdteile. Das jetzige Wohlstands- und Wachstumsmodell der Industrieländer ist völlig ungeeignet. Wählbar kann heute nur jemand sein, dessen Politik auf ein gutes Leben für alle Menschen ausgerichtet ist, ohne dabei den Planeten zu zerstören. Und das ist weder links noch rechts, sondern schlicht unverzichtbar.
 
Gabriela Schimmer-Göresz
Weiler/Osterberg