ÖDP informiert über die aktuelle Situation am Riedbergerhorn

Der Alpenplan und das Riedbergerhorn waren bei einer Informationsveranstaltung der ÖDP-Ostallgäu in Obergünzburg Thema eines Vortrages von Michael Finger, Kreisrat im Oberallgäu und langjähriger Kenner der Situation am Riedbergerhorn. Ausgehend von der Entwicklung in den letzten Jahren über die aktuelle Situation berichtete Finger über die Pläne der Bayrischen Staatsregierung für eine zukünftige wirtschaftliche Förderung der Region.

Seit gut 10 Jahren begleitet Finger nun den Streit am Berg. Er war inzwischen viel gefragter Gesprächspartner unterschiedlichster Medien im gesamten Bundesgebiet. Zu Beginn dieses Jahres wurde der Bayerische Alpenplan auf Betreiben zweier CSU-Bürgermeister und weniger Lobbyisten zugunsten eines Skigebietes geändert. Ein Teil der Schutzzone C wurde zur Schutzzone B herabgestuft, um dort neue Lift-anlagen bauen zu können. Obwohl die CSU immer wieder beteuerte, dass der Alpenplan eine Erweiterung von Liftanlagen verhindere, da er technikfreie Räume schaffe, um die Natur zu erhalten und erlebbar zu machen, hat sie auf Betreiben wirtschaftlicher Interessen dieser Änderung schließlich zugestimmt.

Damit, so argumentierte Finger, wurde ein Präzedenzfall geschaffen, der jeder anderen Gemeinde in Bayern und jedem zukünftigen Investor entsprechende Argumente und Rechtfertigung liefere. Das wichtigste bayerische Heimatgesetz wurde der Willkür einzelner geopfert. Die Glaubwürdigkeit der Staatsregierung ging verloren.

Verschiedene bayerische Naturschutzverbände haben daraufhin eine Normen-kontrollklage eingereicht, mit dem Ziel, diese Abstufung als rechtswidrige Vorgehens-weise wieder aufzuheben. Die Versprechen von Ministerpräsident Söder und den betreffenden Gemeinden, am Riedbergerhorn in den nächsten Jahren keinen neuen Verbindungslift zu bauen, seien weder glaubwürdig, noch belastbar und dienten in erster Linie dazu, Zeit zu gewinnen, so Finger. Weil die Lifttrasse und die neue Piste nun  in der Alpenplanzone B liege, könnten hier also jederzeit Bauanträge gestellt und genehmigt werden.

Als eine Art Trostpflaster versprach Ministerpräsident Söder, die Gemeinden Obermaiselstein und Balderschwang in den nächsten Jahren mit 20 Millionen Euro zu fördern. Mit diesem Geld solle die digitale Infrastruktur ausgebaut und der Öffentliche Nahverkehr zwischen den beiden Orten mit regelmäßig verkehrenden Elektrobussen attraktiver gestaltet werden. Zudem soll in beiden Gemeinden je ein neues Alpines Naturschutzzentrum (ANZ) mit entsprechendem Personal entstehen.

Finger konterte, dass es dort  bereits ein Naturerlebniszentrum gäbe, das momentan mit genau der gleichen Aufgabenstellung auch für das Riedbergerhorn zuständig  und eine alte Naturschützeridee sei. Diese „neu entwickelten“ Ideen  hätte man schon vor Jahren den dortigen Entscheidungsträgern vorgestellt und sei damals nur auf taube Ohren gestoßen.

Von seinen Erfahrungen und Gesprächen mit einer Vielzahl von Vertretern der verschiedenen Lager berichtete der Referent mit seinem einmaligen Allgäuer Humor und seiner eigenen Prägung zur Obrigkeit. Sein Vortrag war untermauert mit Bildern und Lageplänen. Durch sein Insiderwissen gestaltete Finger den Vortrag sehr kurz-weilig und interessant.

Foto: Renate Marek; Von links: Roland Brunhuber, Bezirkstagsdirektkandidat; Michael Finger, Kreisrat Oberallgäu; Lucia Fischer, Bezirksvorsitzende ÖDP Schwaben.

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