Gesundheit

Unsere Gesellschaft neigt dazu, Menschen krank zu machen: Belastung, Erfolgsdruck, Ängste, Suchtgefahren kratzen am Wohlbefinden. Menschen brauchen starke Hausärzte und Apotheker vor Ort. Und sie brauchen die Freiheit sich für die Heilmethode ihrer Wahl zu entscheiden – finanziert durch eine Bürgerversicherung.

Gesundheit

Verbot der Embryonenforschung

Der medizinische Fortschritt muss ohne Verbrauch menschlicher Embryonen gelingen. 
Wir stehen zum strengen deutschen Embryonenschutzgesetz. Die Würde des Menschen ist von Anfang an unantastbar. Hier gilt es ein Tabu zu wahren: Von Anfang an darf menschliches Leben nicht zum Material für die Forschung herabgestuft werden.

 

Keine Patente auf Leben !

 
Wir lehnen es ab, dass Patente und damit Vermarktungsmöglichkeiten für Leben in all seinen Erscheinungsformen erteilt werden.

 

Alternative Heilverfahren

Für eine ausgewogene Kombination von Prävention, Schulmedizin und alternativen Heilverfahren. 
Die bayerische ödp setzt sich seit ihrem Bestehen für die Anerkennung, Förderung und weitere Erforschung alternativer Heilverfahren ein. Ziel ist stets die Förderung des komplementären Ansatzes, also der optimalen Ergänzung und Zusammenarbeit von Schulmedizin und alternativen Methoden. Die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen sind gut beraten, diesen Ansatz zu unterstützen und seriöse, alternative Heilverfahren zu honorieren. An den Universitäten und in der Ausbildungspraxis sind wissenschaftlich akzeptable alternative Heilverfahren stärker zu berücksichtigen. In der ödp engagieren sich viele Vertreterinnen und Vertreter sowohl von schulmedizinischen als auch von alternativ-heilenden Berufen für das gemeinsame Ziel der Sicherung einer lebenswerten Zukunft. Neben einem solidarisch finanzierten Gesundheitssystem sind dafür auch umfassende Maßnahmen zur gesundheitlichen Prävention erforderlich, insbesondere eine engagierte und sachkundige Aufklärung der Bevölkerung über die Möglichkeiten, Gesundheit durch ausgewogene Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung und der Förderung der ganzheitlichen Lebensfreude zu erhalten.

 

Der Patient entscheidet

Wir lehnen ein Gesundheitssystem ab, das den Patienten bevormundet. 
Nur die persönliche Eigenverantwortung der Menschen für ihre Gesundheit sichert auf die Dauer die Bezahlbarkeit der Sozialsysteme, Eigenverantwortung erfordert aber auch Wahlmöglichkeiten. Grundpfeiler sind die freie Arzt - und Apothekenwahl. Abgelehnt wird ein Gesundheitssystem, das Leistungen nach Finanzlage rationiert und eine individuelle Behandlung erschwert oder gar unmöglich macht.
Eine gerechte und ausreichende Finanzierung des Gesundheitssystems soll künftig nach dem Modell der „Bürgerversicherung für alle“ erfolgen.

 

Leistungskatalog der Arzneimittel

Die ödp tritt dafür ein, dass apothekenpflichtige, insbesondere pflanzliche, Arzneimittel wieder zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen gehören. 
Die Streichung dieser Arzneimittel war ein Eingriff in die ärztliche Therapie-Freiheit und eine erhebliche Verschlechterung für die Kassenpatienten. Nebenwirkungsarme und in der Anwendung sichere Arzneimittel, die zudem noch billiger sind als ihre verschreibungspflichtigen Ersatz-Präparate, dürfen dem Patienten nicht vorenthalten werden. Denn immer weniger Patienten können diese aus eigener Tasche bezahlen. Deshalb wird eine kurzfristige Einsparung auf Kassenseite mit der Gefahr einer Verschleppung bzw. Verschlimmerung der Krankheiten erkauft, was später zu höheren Kosten führt.

 

„sprechende“ Medizin besser honorieren

 
Künftig muss Bayern bei allen Änderungen im Gesundheitswesen darauf achten, dass die „sprechende“ Medizin (ganzheitliche Betrachtung der Patientenpersönlichkeit, ausführliche Beratungsgespräche, Präventionsempfehlungen...) besser honoriert wird - z.B. durch einen festen, garantierten Fallwert. Heute werden Arzt und Ärztin für den Einsatz von Apparaten und Medikamenten besser bezahlt als für hilfreiche, gründlich und zuwendend geführte Gespräche.

 

Pro Hausarzt, kontra Medizin-Konzerne

 
Für eine flächendeckende Versorgung mit Hausärzten spricht viel: Kurze Wege sparen Energie. Alte Menschen können „medizinische Zentren“ oft nur schwer erreichen. Die persönliche und oft langjährige Begleitung der Patienten reduziert Kosten und ermöglicht eine fachliche Koordination der Behandlungsprozesse im differenzierten Gesundheitssystem. Hausarztpraxen sind gerade auf dem Land geschätzte Arbeitgeber. Sie tragen zur sozialen Stabilität bei, weil sie auch in kleineren Orten qualifizierte Arbeitsplätze – oft in Teilzeit - bieten. Der Freistaat Bayern muss sich bei allen Gesetzgebungsprozessen dafür einsetzen, dass die Hindernisse abgebaut werden, die heute junge Ärztinnen und Ärzte abschrecken, Hausarzt auf dem Land zu werden.

 

Stärkung der Apotheken vor Ort

Wir verteidigen die persönlich-verantwortlich geführte Apotheke gegen anonyme „Supermarkt-“ und Internet-Strukturen 
Die persönlich-verantwortlich geführte Apotheke gehört zur unabdingbaren Grundstruktur der mittelständischen Wirtschaft mit einem hohen, qualifizierten Arbeitsplatzangebot. Wie die Hausarztpraxis ist sie für die Basisversorgung vor allem auch im ländlichen Raum unverzichtbar. Bayern muss dazu beitragen, die Gesetzgebung in Bund und Europa so zu gestalten, dass beratungsarme „Apothekenketten“ von Handelskonzernen verhindert werden können und der Versandhandel zumindest von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln wieder verboten wird. Nur so läßt sich eine sichere, flächendeckende Rund-um-die-Uhr-Versorgung aufrechterhalten.

 

Senkung der Mehrwertsteuer für Arzneimittel

 
Wir befürworten eine Senkung der Mehrwertsteuer für Arzneimittel von jetzt 19 auf 7 Prozent wie in anderen EU-Ländern. Dies bewirkt einerseits eine Senkung der Krankenkassenausgaben für Arzneimittel, andererseits verbilligt es für die Bevölkerung den Preis jener Arzneimittel, die sie selbst bezahlen müssen (vor allem auch im alternativ-naturmedizinischen Bereich).

 

wohnortnahe Krankenhäuser

 
Um die flächendeckende wohnortnahe Versorgung mit Krankenhäusern der Grundversorgung sicherzustellen, darf die Finanzierung der Krankenhäuser nicht noch weiter reduziert werden (durch zu geringe Fallpauschalen oder den Rückzug der Kreise und Bezirke aus der Finanzierung), sondern muss wieder auf einen angemessenen Stand gebracht werden. Renditeorientierte Medizinkonzerne können keine ausreichende Versorgung leisten.

 

Konsequenter Nichtraucherschutz

 
Der Gesundheitsschutz und das Wohlergehen der nichtrauchenden Bevölkerung erfordert klare Regelungen, die in der Breite der Bevölkerung akzeptiert werden können.

 

Genehmigungspflicht für Mobilfunkmasten

Dazu ist das Baurecht zu ändern. 
Die Privilegierung von Sendeanlagen für den Mobilfunk (keine Baugenehmigung nötig) muss beendet werden. Wir treten dafür ein, dass jeder Sender genehmigungspflichtig wird.

 

"Mobilfunkgrenzwerte" senken

Bayern muss auf eine rasche und wirksame Verschärfung der Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung dringen; die Planung von Sendenetzen muss unter dem Aspekt des vorsorgenden Gesundheitsschutzes geschehen und nicht nach den Interessen der Betreiberkonzerne 
Die von Staat und Industrie propagierte Sorglosigkeit im Umgang mit Mobilfunkstrahlung ist fahrlässig und gefährlich. Wir verlangen die Orientierung aller Planungen und Grenzwerte am vorsorgenden Gesundheitsschutz. Es müssen mindestens die Vorsorgewerte unserer Nachbarländer Schweiz und Österreich gelten.

 

Kabel statt Funk

Gesundheitsrisiken durch drahtlose Telekommunikationstechnik verhindern 
Drahtlose Computernetzwerke (WLAN), schnurlose Digitaltelefone (DECT) und andere funkbasierte Kommunikationstechnologien (z.B. Bluetooth), erhöhen wie Mobilfunksendeanlagen das Gesundheitsrisiko. In Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und sonstigen öffentlichen Gebäuden ist daher (gemäß den Empfehlungen des Bundesamtes für Strahlenschutz) auf diese Technologien zu verzichten. Der Freistaat Bayern unterstützt die Kommunen bei der Optimierung der Telekommunikationstechnik im vorgenannten Sinn auch finanziell.

 

Kabel-DSL fürs Land

DSL flächendeckend ermöglichen – Gesundheitsvorsorge erfordert Verzicht auf Funk-DSL 
Schnelle Internetzugänge sind im Flächenland Bayern entscheidende Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum. Wegen der Gewinnmaximierung werden drahtgebundene DSL-Zugänge zugunsten von Funklösungen WIMAX nicht angeboten. Mediziner kritisieren an WIMAX besonders die breitbandige Signalübertragung durch Digitalfunk. Der Freistaat Bayern hat drahtgebundene DSL-Zugänge bedarfsgerecht zu finanzieren und die Aufnahme in die Universaldienste des Telekommunikationsgesetzes zu fordern.