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Artenverlust ist ein drängendes Problem - Anfrage der ÖDP-Stadtratsfraktion in Weißenhorn

Am 17.7.2019 wurde das Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ mit einem Begleitgesetz und einem umfassenden Maßnahmenpaket im Landtag verabschiedet. Den Städten und Kommunen kommt hierbei eine besondere Rolle bei der Umsetzung und Anwendung zu. Den Jahrestag nimmt die ÖDP-Stadtratsfraktion zum Anlass für eine Nachfrage nach der Umsetzung des Gesetzes in Weißenhorn.

Über 1,7 Millionen Menschen waren im Februar 2019 innerhalb von 14 Tagen in die Rathäuser geströmt und hatten für einen besseren Natur- und Artenschutz in Bayern unterschrieben. Eine kleine Revolution. Durch den gigantischen Druck aus der Bevölkerung verabschiedete der Landtag im Juli den Gesetzesvorschlag des ÖDP-Volksbegehrens mit großer Mehrheit. Seit August 2019 ist nun ein umfangreich verbessertes, neues bayerisches Naturschutzgesetz in Kraft. Die wesentlichen Änderungen sind: die bayernweite Vernetzung von Lebensräumen durch einen Biotopverbund; die Erhaltung von Hecken, Bäumen und kleinen Gewässern in der Landwirtschaft; der Erhalt und die Schaffung blühender Randstreifen an Gewässern 3. Ordnung; der massive Ausbau der ökologischen Landwirtschaft; die Umwandlung von zehn Prozent aller Wiesen in Blühwiesen; die pestizidfreie Bewirtschaftung aller staatlichen Flächen und die Aufnahme des Naturschutzes in die Ausbildung von Land- und Forstwirten. Die beiden ÖDP-Stadträt*innen Susanne Kuderna-Demuth und Ulrich Hoffmann fragen in diesem Zusammenhang bei der Stadtverwaltung nach, welche Maßnahmen in Weißenhorn und den Ortsteilen bereits durchgeführt wurden bzw. angedacht werden. "Konkret möchten wir nachfragen, was aus den ersten Gesprächen zum Thema Lichtsmog - insbesondere im Bereich der Industrieanlagen im Eschach geworden ist, bzw. wann an die Fortsetzung der Gespräche gedacht ist," so die Stadträte in ihrer Anfrage. Ein großes Lob sprechen Kuderna-Demuth und Hoffmann für die die Verwendung des Balkenmähers auf einem Großteil der öffentlichen Flächen aus: Dies sei die bestmögliche Form für den Artenschutz und sollte auch wirklich dauerhaft beibehalten werden. "Wir begrüßen es in diesem Zusammenhang auch sehr, dass das Mähgut hier gleich abtransportiert wird, statt dieses wie sonst üblich als Mulch liegen zu lassen. Dadurch wird eher eine Abmagerung des Bodens erreicht, was ebenfalls die Artenvielfalt stärkt." Die beiden Stadträte freut ebenfalls die Entfernung des Fugenbewuchses auf befestigten Flächen durch Heißdampf, da sie sehr ökologisch sei - was auch durchaus noch mehr beworben werden könnte, etwa mit einem "tollen Aufkleber" auf dem entsprechenden Fahrzeug. Wissenschaftliche Studien belegen, dass in Bayern immer mehr Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden sind. Besonders betroffen sind die Insekten, die unter anderem für das Überleben der Menschheit als Bestäuber von Nahrungspflanzen existenziell wichtig sind. In Deutschland sind knapp 50 Prozent aller Bienenarten bestandsbedroht oder bereits ausgestorben, über 75 Prozent der Masse aller Fluginsekten sind nicht mehr da und die Bestände an Schmetterlingen sind vielfach sogar noch stärker zurückgegangen, in einigen Regionen Bayerns teilweise um 70-90 Prozent. Unter anderem in Folge des Insektenschwundes leben in Bayern nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren. Diese dramatische Entwicklung will das das neue bayerische Naturschutzgesetz stoppen.


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